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Freiheit liegt in der Wahl der angenommenen Bindung.

Wenn ich Manche "Freiheit!" rufen hre, wird mir traurig ums Herz.

Die Freiheit, die wir uns so wnschen, die Freiheit von allen bindenden Relationen, Zwngen, das Loslassen des Bedeutungsnetzes, das uns alle unabwendbar verknpft, ist keine Freiheit.

Wie knnen wir denken, da das Auflsen des Geflechtes, durch das wir uns berhaupt als Wesen konstituieren, Freiheit sei?

In Freiheit whlen wir die Verknpfungen, whlen unseren Weg. Unsere Entscheidung, in diesem Netz die Verantwortung fr unsere Entscheidungen zu treffen, ist der Beginn einer Freiheit, die nicht so wundervoll losgelst - der Welt entkommen - daherschwadroniert, sondern eine Freiheit, die funktioniert.

Diese Freiheit meint, frei zu whlen, wie wir uns bewegen in jenem Netz, dem zu entkommen so unmglich ist, wie uns selbst.

Denn niemand ist nur er selbst, der unabhngige Individualist, der sich "per Dekret" von allem lossagen knnte ... Wir alle sind Element, Multielement aller Systeme, unserer familiren und kulturellen Wurzeln sowie unserer gewhlten Zugehrigkeiten. Darin wesen wir - wer dies versucht zu negieren, amputiert sich Wesentliches.

So meint Freiheit das Annehmen des Eingebunden-seins in das multidimensionale Netz des Lebens; denn uns fesselt nur, was wir noch nicht angenommen haben - mit dem Angenommenen jedoch bewut und einverstanden umzugehen, ermglicht die Freiheit zu tun, was angemessen und frderlich erscheint.





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©1999 Robert Stein-Holzheim