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Tertium Datur!

Eigentlich htte das schon Aristoteles auffallen knnen. Auf seinem Konstrukt: "A=A, B=B, A=nonB, Tertium non datur (Ein Drittes gibt es nicht)" beruht das, was wir als Logik schlechthin bezeichnen, das, was all unserem "wissenschaf-tlichen" Verstehen bis dato zugrundeliegt.

Diese Logik hielt sich ber zwei Jahrtausende, und das, obwohl es schon von Anfang an ernsthafte Schwierigkeiten gab, wie zum Beispiel jenen frechen Kreter, der behauptete, es stimme, da alle Kreter lgen.

Der Wahrheitsgehalt seiner Aussage - also ist es A) wahr oder B) falsch - ist vllig unentscheidbar mit dieser Logik. Und das ist kein abstraktes Problem; den Kreter gab es wirklich und er trank - tertium datur - gerne einen Krug Honigwein mit dem alten Griechen.

Obwohl also ein Drittes durchaus da sein knnte, vergessen wir mit aristotelischer Nonchalance darber nachzudenken. Tatschlich induziert unsere in Gegensatzpaaren aufgebaute Sprache konsistent diese negative Halluzination - wir "vergessen" einfach ber das Duale hinauszudenken - oder um den frechen Kreter zu zitieren: "Diese Logiker konnten nicht bis Drei zhlen!"

Anstatt diese unzureichende Logik der Welt angemessen weiterzuentwickeln, erfanden wir die Idee des "Paradoxons", ein windig erdachtes Etwas, das etwas bezeichnet, was es eigentlich gar nicht geben kann - ich lach mich kaputt - denn es gibt keine Paradoxien, verlt man die beschrnkende "Duale Hngematte" unseres bisherigen Denkens.




Es gibt ein Drittes!
Jedenfalls nicht bis zum dritten Jahrtausend!


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complexity remains
©1999 Robert Stein-Holzheim