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Das Ich ist keine Illusion, sondern ein Prozess.

Da es uns ja offensichtlich gibt, da es also offensichtlich auch mich gibt, was wre da noch zu fragen, als wie ich zu anderen stehe, was ich tun soll oder was ich will?

Ich, ich, ich also.
Ist es denn aber so selbstverstndlich, da es mich als dieses "Ich" gibt?

Von den groen Erleuchteten hrt man ja allenthalben, "Ich" sei eine Illusion, da man dieses Ego auflsen knne und dennoch bliebe ...; ... wre aber schwierig und ber alle Maen langwierig, Erfolg nicht garantiert. Na, da bleib ich doch lieber ich!

In Nominalisierungen, den griffigen Substantiven, die wir aus Verben bilden wie etwa "der Gang" aus "gehen" versteckt sich der dahinterliegende Prozess. In der Entnominalisierung, der Wiederbetrachtung des Prozesses, erschliet sich uns die Mglichkeit des Erkennens ihrer Funktionalitt.

Nun, das "Ich" ist eine Nominalisierung, die uns so selbstverstndlich ist, da wir sogar das Verb dahinter vergessen haben. Was also sind die Prozesse, die uns ein "Ich" sein lassen, wie "ichen" wir eigentlich?

So wird klar, da die bliche Frage, wo oder wer denn das Ich sei, jeden Sinnes entbehrt und wir besser auf sind, wenn wir zu fragen versuchen, wie wir ichen.

Nicht das Ich also ist eine Illusion, sondern die unausgesprochene Vorannahme seines irgendwie dinglichen Charakters ist ein folgenschwerer Irrtum.





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Kommentare zu These [57]

1.

von Winlavay

4-. , 07: 2:0:

Transego

Ist das Bewusstsein eines Erleuchteten ebenfalls ein Prozess und warum ist das dann kein Ich? Was macht diesen Prozess zu einem "gewoehnlichen" Ego und wie ist der Prozess zu veraendern, um dem Ich di
mehr..

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complexity remains
©1999 Robert Stein-Holzheim